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Der junge Doctor : eine Erzählung aus unserer Zeit / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. C. Büchele
Entstehung
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unmächtig bleiben, das iſt doch auch kein feſter Glaube bei Ihnen, nicht wahr? Gibt es nur noch eine Hoffnung?— Wer weiß, ob Ihr Pater Herrn Valkiers nicht noch rufen läßt! Ich werde noch mit ihm davon ſprechen. Bleiben Sie nur hier, bis die Doctoren ihre Berathſchlagung geſchloſſen haben. Ich werde Sie benachrichtigen und Ihnen ſagen, wie ihr Urtheil ausgefallen iſt.“

Adelina ſchien in einem Zuſtande der Bewußt⸗ loſigkeit zu ſein; ſie bemerkte nicht einmal, daß die Magd ſie verlaſſen hatte. Ganz allein ſaß ſie in dem großen Zimmer da, erdrückt unter dem Gewichte ihres Schmerzes. Eine halbe Stunde verging wohl, ohne daß ſie ſich auch nur einmal merklich rührte.

Erſt als ſie den Schritt von Jemand auf dem Gang vernahm, erhob ſie den Kopf und ſchaute mit ängſtlichem Verlangen nach der Thüre:— ſie ſollte erfahren, was die Doctoren über ihres Vaters Zu⸗ ſtand geurtheilt hatten!

„Sind ſie fort? Kann ich zu meinem Vater gehen?“

„Nein, ſie ſind noch da,“ war die Antwort.

„Du kennſt alſo ihren Ausſpruch nicht?“

Die Magd bezwang ihre eigene Angſt mit Ge⸗ walt, faßte die Hand Adelina's und ſagte in ſchein⸗ bar ruhigem Tone:

„Ja, Fräulein, ich kenne die Anſicht der Docto⸗ ren über Ihres Vaters Zuſtand. Sie ſagen, die Krankheit habe ſich, wiewohl noch keine Beſſerung zu bemerken ſei, doch ſeit geſtern nicht verſchlimmert. Gefahr, unmittelbare Gefahr iſt nicht vorhanden, und ſie ſind der Meinung, es werde eine günſtige Kriſis in der Krankheit eintreten.

Conſcience, der junge Doetor. 18

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