Taſche und begann ſofort mit bewegter, aber deut⸗ licher Stimme zu leſen:
„Gute, liebe Mutter, geliebter Großvater,
theure Schweſter! o, preiſet Gott, Euer Adolph
hat geſiegt! Er iſt zum Doctor in allen Fächern
der Heilkunde promovirt mit der höchſten Aus⸗
zeichnung....
„Ah, ah, Franciska, ich habe die Geranien ge⸗ wonnen!“ jubelte Adelina.
„Wos für ein Glück, ſeine Wette alſo zu verlie⸗ ren!“ lachte Adolphs Schweſter.
„Kinder, ſchweigt doch, um Gottes willen, und haltet Euch ſtill,“ ſprach die Mutter tadelnd.„Wenn Ihr ſo den Großvater bei jedem Worte unterbrechet, wann ſoll er dann mit dem Leſen des Briefes fertig werden?— Mit der höchſten Auszeichnung! Das iſt doch recht ſchön, nicht wahr? Ich fühle mir das Herz vor Stolz in dem Buſen klopfen! Gute Ade⸗ lina, Dank Dir für Dein Vertrauen auf Adolphs Glück. Du allein haſt an ſeinen Kräften nicht ge⸗ zweifelt....
„Aber, wo ſoll das noch hinaus?“ murmelte der Greis.„Du tadelſt die Kinder wegen eines einzigen Ausrufs, Maria, und vergiſſeſt ganz, was wir thun
ſollen.“
„Ach, das iſt wahr, Großvater; ich bin auch ſo froh! komm, lies weiter! Niemand ſoll mehr ein Wort ſprechen.“
Der Greis fuhr mit dem Brief fort:
„Mit der höchſten Auszeichnung. Der Präſident der Prüfungs⸗Commiſſion überhäufte mich mit den größten Lobeserhebungen; der gute Pro⸗
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