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Obwohl jetzt von ihrer Angſt erlöst, wurden die Verwandten Adolphs doch noch ſo ſehr von ihren Gedanken beherrſcht, daß Niemand ein Wort ſprach. Ueber dieſe Stille ſchien Adelina ſich zu verwundern und ärgerlich zu werden.
„Aber ich begreife Sie nicht!“ rief ſie.„Der glücklichſte Tag Ihres Lebens bricht an, und ſie er⸗ ſticken die rechtmäßige Freude in Ihrem Herzen? Bedenken Sie, welches ſegensreiche Loos Ihrer Aller wartet. Adolph wird in einer großen Stadt woh⸗ nen; er wird in kurzer Zeit durch ſeine Wiſſenſchaft und Wirkſamkeit ſich Ruhm erwerben und neben dem Gefühl des Stolzes auf ſeinen ſchönen Namen, ne⸗ ben dem Genuß des ſtädtiſchen Lebens werden Sie noch, bis zum Ende Ihrer Tage, den unſchätzbaren Vortheil gewinnen, ihn allezeit zu ſehen, ihn ſpre⸗ chen zu hören, und geehrt und geliebt ſein von dem edelmüthigſten Herzen, das jemals in einem männlichen Buſen ſchlug....“
Das Mädchen ſchwieg und ſchien ſich zu beſinnen. In einem ſeltſamen Ton düſterer Träumerei fuhr ſie fort:
„Und während Sie ſo Alle glücklich ſind, wird Adelina hier das einförmige Dorfleben hinſchleppen, ohne ein einziges Gemüth zu finden, von dem ſie begriffen werden könnte„ denn mit wem ſoll ich ſprechen, wenn Du weg biſt, Franciska? Ach, da will ich nun an mich ſelbſt denken! Ei, ei, ich fange auch an, traurig zu ſein.. 4
Der Schatten eines Mannes glitt an dem Fenſter vorüber.


