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Der junge Doctor : eine Erzählung aus unserer Zeit / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. C. Büchele
Entstehung
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unſerer Unvorſichtigkeit geweſen iſt, wird uns das Leid erleichtern, nicht wahr, Maria?“

„Aber er, mein guter Adolph? Die Zukunft ſeines ganzen Lebens zerſtört!“ ſeuſzte die Frau.

Jetzt wurde die Aufmerkſamkeit des Greiſes nach dem Fenſter gezogen, wo das Mädchen damit be⸗ ſchäftigt war, ſeltſame Zeichen nach Außen zu machen.

„Was ſiehſt Du, Franciska? Wer iſt es, den Du begrüßeſt?“ fragte er.

„Es iſt Adelina,“ lautete die Antwort.„Sie ſcheint ebenſo unruhig als wir zu ſein, und ſchaut fortwährend aus dem Fenſter auf die Straße; aber ſie kann von dem Briefträger noch nichts wahr⸗ nehmen, denn ſie ſchüttelt unzufrieden mit dem Kopfe.“

Einen Augenblick hernach rief das Mädchen freu⸗ dig aus:

„Da! Adelina kommt! Sie wird unſern Muth aufrichten und uns tröſten!“

„Die gute Adelina!“ ſagte die Mutter;„ſie könnte nicht mehr Theilnahme für Adolphs Glück haben, wenn ſie ſeine eigene Schweſter wäre.“

Die Tochter von Doctor Heuvels, welche jetzt in das Haus der Wittwe trat, war ein ſchönes, junges Mädchen von höchſtens achtzehn Jahren. Ihre Wangen blühten von Geſundheit, und ihr ganzes Angeſicht ſprach von Muth und Vertrauen auf das Leben, von Einfachheit und Herzensgüte; aber unter ihrer hohen Stirne, weiß und rein wie ein Lilienblatt, glänzten große braune Augen, voll Ausdruck und Feuer. Ihre ſchwarzen Locken, ihre hohe Geſtalt und ein gewiſſer Adel in ihrer Haltung machten aus dieſem Mädchen ein Frauenbild, wel⸗

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