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Der junge Doctor : eine Erzählung aus unserer Zeit / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. C. Büchele
Entstehung
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„In der That, Maria, mich drückt gleichfalls ein unbezwingliches Gefühl von Angſt. Es iſt unſere Liebe zu dem armen Adolph, die uns zittern macht, ohne daß wir den Grund unſerer Beſorgniß begreifen. Wir haben Unglück, glaube mir. Es iſt allerdings recht peinlich, zu wiſſen, daß ſeit geſtern das Schick⸗ ſal über die Zukunft von uns Allen ſeinen Spruch gethan hat und doch ſo lang in der tödtlichen Un⸗ gewißheit verharren zu müſſen... Aber habe noch ein bischen Geduld, Maria: Der Briefträger wird bald kommen.“

Seine Worte hatten die Frau nicht getröſtet; denn ſie ſchlug die Augen zu Boden und blieb, in⸗ dem ſie den Kopf ſchüttelte, ſchweigend vor ihm ſtehen.

Der alte Mann murmelte, wie wenn er mit ſich ſelber ſpräche:

„Niemand von uns hat ſich einer Pflichtverſäum⸗ niß anzuklagen, weder wir, noch Adolph; jeder hat gethan, was der ſtrengſte Richter menſchlicher Kräfte fordern kann. Soll das Schickſal uns den empfind⸗ lichſten Schlag beibringen, ſo wollen wir betrauern, daß wir mehr haben wollten, als die Vorſehung uns zuließ. Aber es iſt nicht ſo. Wir müſſen es mit Vertrauen abwarten. Mißlingt ihm die letzte Anſtrengung, ſo wird unſere Stellung in der Welt niedriger werden. Wir werden wahrſcheinlich ein mühevolles Leben bekommen; aber die Ueberzeugung, daß die Liebe zu unſerem einzigen Sohn die Quelle