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Der junge Doctor : eine Erzählung aus unserer Zeit / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. C. Büchele
Entstehung
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„Wo iſt der Großvater?“

„Er ſteht auf der Bank hinter der Hecke und ſchaut auf die Straße.“

„Was ſagt der Großvater, Franciska? Iſt er ruhigen Gemüths.

„Er geht unaufhörlich hin und her; er ſpricht wohl von Muth und Vertrauen; aber er iſt bleich und zittert zuweilen unter dem Eindruck eines ge⸗ heimen Gedankens. Großvater macht mir bange, Mutter.“

„Ich begreife ſeine Bewegung wohl,“ ſeufzte die Frau.„Der letzte Brief von Adolph war ſo muth⸗ los; der arme Junge ſchien zu fürchten, ſeine Kräfte würden vor dem entſcheidenden Augenblick erliegen.... Ach, Franciska, wie iſt dieſes Warten doch ſo pein⸗ lich! Mir klopft das Herz von Zeit zu Zeit ſo hef⸗ tig, als ob es in dem gepreßten Buſen brechen wollte.“

Ohne auf dieſe Klage zu antworten, wandte das blonde Mädchen ſich zur Seite,— legte die Hand vor die Augen und begann zu weinen.

Ihre andere Hand faſſend, ſagte die Mutter mit tröſtender Stimme:

„Liebe Franciska, laß die Thränen, mein Kind; deine Betrübniß vergrößert meine Angſt noch mehr. Wir wollen auf Gottes Güte vertrauen.

„Ja, Mutter,“ flüſterte das Mädchen.„Das iſt leicht zu ſagen. Ich habe die ganze Nacht kein Auge zugeſchloſſen; immerdar gebetet, gehofft und gezittert. Nun da der letzte Augenblick ſich nähert, wo ein einziger Brief uns glücklich machen oder der Hoffnung unſeres Lebens berauben kann, nun verläßt