denswerth geweſen; denn das Ziel meines Lebens war, Euch Alle glücklich zu machen. Ich würde un⸗ verheirathet geblieben ſein, ſo lange ich mich außer Standes ſah, vierfach Euch ſowohl an Erweiſen der Achtung und Liebe, als an zeitlichem Beſitzthum das zurückzugeben, was Ihr ſo edelmüthig, ſo uneigen⸗ nützig auf mich verwendet habt. Ach, und nach die⸗ ſem edeln Ziele ſtrebend, würde ich den ärztlichen Beruf mit dem unverrückten Glauben an die Heilig⸗ keit meiner Sendung erfüllt haben. Laben, tröſten, heilen: Apoſtel der göttlichen Barmherzigkeit, Wohl⸗ thäter der Menſchheit ſein! Und dieß Alles, dieſe Hoffnung, dieſes Glück, die glänzende Zukunft ver⸗ ſchwunden für immer! O, mein Gott, das iſt zu viel!“
Und indem er überwältigt das Haupt auf die Bruſt ſinken ließ, begann der arme Jüngling leiſe zu weinen; auch in den Augen des Greiſes blinkten Thränen, ſeitdem Adolph mit ſo tiefem Gefühl aus⸗ geſprochen hatte, was er zu thun Willens geweſen war, um für die Liebe von Mutter und Schweſter ſeine Erkenntlichkeit zu bezeugen.
Es herrſchte längere Zeit eine feierliche Stille im Zimmer. Endlich ſchienen lebhaftere Gedanken im Geiſte des Greiſes aufzuſteigen, denn er wurde unruhig auf ſeinem Stuhle, ſchüttelte den Kopf, zuckte die Achſeln, als wäre er im Streite mit einem entſcheidenden Beſchluß geweſen.
Plötzlich ſtand er auf, trat auf den Jüngling zu und ſagte, ihm die Hand auf die Schulter legend:
„Adolph... Adolph! komm, ſei getroſt, mein braver Sohn, Du ſollſt ſie haben, die fünfhundert Francs.“
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