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Der junge Doctor : eine Erzählung aus unserer Zeit / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. C. Büchele
Entstehung
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„Adelina!“ rief der Student verzweifelnd.„Meine Schweſter muß erröthen vor Adelina! O, mein Gott, was habe ich verbrochen?“

Erſchreckt durch die heftige Bewegung des Jüng⸗ lings, faßte der alte Maun ſeine Hand und ſprach:

„Beruhige Dich, Adolph, Deine Beſorgniß iſt ungegründet. Adelina weiß nicht, aus welcher Hand der Kragen gekommen iſt.“

Der Student drückte die Hand vor die Stirne, als wollte er ſeine Aufregung bemeiſtern.

„Ach! ich habe Unrecht!“ antwortete er muthlos. „Was wäre es auch, wenn Adelina wüßte, welcher erhabenen Geſchwiſterliebe das Herz meiner armen Franciska fähig iſt?“

Er ſank wiederum auf den Stuhl und ſtarrte eine Weile ſchweigend zu Boden; dann erhob er den Blick zu ſeinem Großvater und ſprach mit ſchmerz⸗ licher Gelaſſenheit:

„Alſo iſt es ein unerbittlicher Spruch des Schick⸗ ſals? Ich kann mein Eramen nicht machen? O, Großvater, wüßteſt Du, was für ein glänzender Traum dadurch vernichtet, welcher Glaube erſtickt, welche Zukunft zerſtört wird! Siehſt Du? Ich hätte als Doctor in einer großen Stadt, in Antwerpen, meinen Wohnſitz genommen; durch unaufhörliche Studien, durch angeſtrengten Eifer, guten Willen,

durch Ueberzeugung und Muth die Weit gezwungen, mir neben dem Fuf eines ausgezeichneten Arztes auch Vermögen, als Lohn meiner Wiſſenſchaft und meiner Wirkſamkeit, zuzuwenden. Ich hätte ein prächtiges Haus für die Mutter, für Franciska und für Dich erworben. Eure alten Tage wären benei⸗