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Der junge Doctor : eine Erzählung aus unserer Zeit / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. C. Büchele
Entstehung
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gebracht worden ſind, auf mehr als fünfzehntauſend Francs. Und Du wagſt jetzt, uns Mangel an Liebe vorzuwerfen? Ach, ſäheſt Du Deine Mutter und Deine Schweſter ganze Täge und halbe Nächte hin⸗ durch an Putzarbeiten nähen und ſticken! Könnteſt Du unſerer guten Franciska folgen, wenn ſie nach der Stadt geht und insgeheim in den Magazinen und Läden herumläuft, um die fertige Arbeit zu verkaufen! Könnteſt Du ſehen, mit welcher Freude ſie die Liebespfennige in den Sparhafen legt, wel⸗ cher das Geld enthält, das ihrem Bruder geſchickt werden ſoll!....

Erbarmen, habe Mitleid mit mir! flehte Adolph, die bittenden Hände ausgeſtreckt;o lieber Vater, ſ mich, zerreiße mein betrübtes Herz nicht ſo ehr!

Aber der Greis ſchien ſich in dem Abſchreckenden ſeiner Schilderung ſo recht zu gefallen.

Arme Franciska! fuhr er fort, als ſpräche er mit ſich ſelbſt,es iſt erſt einige Tage her, da kam eine Freundin, ſie zu beſuchen. Dieſelbe ſchien ſehr vergnügt über einen prächtigen Kragen, den ihre Tante für ſie in der Stadt gekauft hatte, und lenkte wie in geheimer Abſicht die Aufmerkſamkeit Deiner Schweſter auf die ſchöne Stickerei. Denke Dir, was Deine beſchämte Schweſter litt: dieſen Kragen hatte ſie ſelbſt gemacht und in der Stadt verkauft. Die hundert Francs, welche ich Dir bringe, ſind der Er⸗ lös für dieſe nächtliche Arbeit.

Und wer war die Freundin? fragte der Jüng⸗ ling erbleichend.Eine Tochter des Notars?

Nein, die Tochter von Doctor Heuvels.

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