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Der junge Doctor : eine Erzählung aus unserer Zeit / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. C. Büchele
Entstehung
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Tiſche aufbleibt, bis der Morgenſchimmer ihm zuruft, daß er doch eine Stunde ſchlafen muß, um dieſes erſchöpfende Leben von einem Tage zum andern aufs Neue zu beginnen. Verſchwenden? Schwelgen? Ach, welch bitterer Spott! Um Etwas zu erſparen, eſſe ich nur alle zwei Tage einmal zu Mittag und bleibe ſehr oft taub gegen die Stimme meines Rörpers und vergeſſe den Tag, welcher der Erquickung meines armen Magens beſtimmt iſt...

Er öffnete eine Schublade des Schrankes und nahm einen Teller heraus, worauf eine trockene Brod⸗ kruſte und ein Stückchen holländiſcher Käſe lag.

Sieh! fuhr er mit traurigem Lächeln fort,ſeit heute früh habe ich nichts mehr genoſſen: dieß muß mein Mittags⸗ und mein Abendeſſen ſein!

Der Greis ſchüttelte ſchweigend den Kopf und ſchien im Zweifel, ob er dieſen Erklärungen wohl einigen Glauben ſchenken dürſe.

Das Wirthshaus, der Wein, die luſtigen Ge⸗ noſſen, nicht wahr? rief der Jüngling.Es ſind Freunde, die aus Mitleid und angetrieben von der Beſorgniß für meine bedrohte Geſundheit, mich bei⸗ nahe mit Gewalt von hier wegführten, um mich zu ein paar Stunden Zerſtreuung zu zwingen. Aber ich habe Beweiſe, welche über alle Beine Zweifel den Sieg davontragen werden, Großvater....

Mit dieſen Worten ſuchte er unter dem unordent⸗ lichen Haufen Bücher, die auf dem Tiſch lagen, und ſagte, dem Greiſe ein kleines Blatt Papier zeigend:

Deine Augen ſind noch gut, Großvoter; Du wirſt wohl leſen können, was darauf geſchrieben ſteht. Es iſt ein Brief von einem der ehrenwertheſten Pro⸗