feſſoren unſerer Univerſität; der gute Mann hat eine große Vorliebe für mich, da er weiß, wie ſehr ich mich anſtrenge, um noch dieſes Jahr meine Studien zu einem glucklichen Ende zu bringen. Lies, Vater, Du wirſt ſehen, wie er mich beſchwört, nicht ſo un⸗ vernünftig viel zu arbeiten; Du wirſt erkennen, was meine hohlen Augen und meine abgemagerten Wan⸗ gen bedeuten... aber was er von dem Blutſpucken ſagt und von der Lungenſchwindſucht, das iſt eine ungegründete Beſorgniß. Der barmherzige Gott hat mich mit Kräften begabt, die ſo leicht nicht zu bre⸗ chen ſind.“
Lange Zeit hielt der Greis das Papier vor ſeine Augen. Es ſchien, je weiter er in demſelben las, deſto lebhafter wurde die Bewegung, welche ſich ſeiner bemächtigte; denn ſeine Hand begann ſo heftig zu zittern, daß er Mühe hatte, die Buchſtaben zu unter⸗ ſcheiden. Endlich, als er mit dem Brief zu Ende war und die Unterſchrift geleſen hatte, wurde ihm die Rührung zu ſtark und er zog mit beiden Armen den Jüngling an ſeine Bruſt.
„Mein armer Adolph,“ ſeufzte er;„ach, vergib mir! Vergib Deiner guten Mutter ihren Argwohn. Der Himmel ſoll den Verleumder ſtrafen, der Dich anzuklagen wagte.“
Der Student, ganz getröſtet und froh, daß der Verdacht aus ſeines Großvaters Herzen gewichen war faßte ſeine Hand und ſagte, ſie liebevoll drückend:
„Ich habe Dir Nichts zu vergeben, Großvater Es iſt eine gewöhnliche Widerwärtigkeit des Stu dentenlebens. Es gibt hier ſo Viele, die mehr a das Vergnügen, als an die Studien denken, daß
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in unſer Schatz.“
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