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Der junge Doctor : eine Erzählung aus unserer Zeit / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. C. Büchele
Entstehung
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Etwas weiterhin war ein Rechen an die Wand genagelt, woran einige wenige Kleidungsſtücke hingen, die genugſam bewieſen, daß der Eigenthümer davon nicht viel Geld auf ſein Aeußeres verwendete.

Neben dem Kamin zur Linken hatte man zwiſchen zwei aufrecht ſtehenden Brettern querüber fünf ſtarke Latten befeſtigt. Dieß war die Bibliothek, der ein⸗ zige und wahrhafte Schatz des Bewohners von die⸗ ſem Zimmer, denn nicht weniger als achtzig Bücher zierten deren Fächer. Auf dem Rücken der Bände prangten die Namen von Männern, die berühmt ſind in der Wiſſenſchaft, wie von Nelaton, Velpeau, Che⸗ lius, Van Beneden, Andral, Van Heuvel, Trouſſeau, Liebig und mehren andern.

Auf der rechten Seite vom Kamin ſtand eine ver⸗ ſchloſſene Commode, deren oberſter Theil mit allerlei Menſchengebeinen beladen war, zwiſchen welchen ein Todtenkopf mit hohlen Augen und blinkenden Zähnen zu grinſen und zu drohen ſchien. Neben dem Schä⸗ del und über den Knochen lag eine halbgeöffnete Taſche von grünem Leder, welche eine Menge glän⸗ Meſſer, Scheeren, Zangen und Pfriemen ent⸗ hielt.

In dieſem Zimmer wohnte alſo ein Student der Medicin.

Seit ſeiner Rückkehr hatte der junge Mann ſeine Haltung noch nicht weiter verändert, als um von Zeit zu Zeit ein Blatt in dem Buche, welches vor ihm lag, unzuſchlagen. Was er las, ſchien ſeine Aufmerkſamkeit ganz und gar in Anſpruch zu neh⸗ men, und wohl mußte der Inhalt ſein Nachſinnen anvegen, denn ſeine Geſichtszüge bewegten ſich un⸗