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Der junge Doctor : eine Erzählung aus unserer Zeit / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. C. Büchele
Entstehung
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Schreiner dem Studenten nach und murmelte in ſich hinein:

Daß der Menſch doch nie das goldene Mittel⸗ maß halten kann! Dieß iſt nun der zehnte Stu⸗ dent, der da oben gewohnt hat. Zwei waren Tag und Nacht auf dem Strich und tranken gleich Brau⸗ knechten; vier ſtanden Tage lang vor dem Spiegel, um an ihrem Schnurrbart zu zupfen; einer wußte von Nichts als von Rauchen, von Pauken und Schla⸗ gen zu ſchwatzen; und von den drei übrigen haben zwei durch allzu eifriges Studiren ihrer Geſundheit Schaden gethan!.... Obwohl er etwas läſſig im Bezahlen iſt, fühle ich doch Mitleid mit dem guten Jungen da oben. Ein Glück, daß er ſtark von Natur iſt: er huſtet noch nicht....

Der junge Mann war indeſſen die Treppe hin⸗ aufgeſtiegen und in ſein Zimmer getreten.

Er zog raſch ſeinen Ueberrock aus, trat dann zu dem Tiſch, öffnete eines der Bücher, das er mitge⸗ bracht hatte, und blätterte eine Weile darin, bis er das Kapitel, welches er ſuchte, gefunden hatte.

Mit einer Art triumphirenden Lächelns zog er einen Stuhl heran, ſetzte ſich nieder, legte die beiden Hände an die Stirne und verſank völlig in die Lek⸗ türe des Buches.

Das Zimmer, welches er im Hauſe des Schrei⸗ ners bewohnte, war klein und diente ihm gleichmäßig zum Schlafgemach, zum Speiſeſaal, zur Garderobe, zur Bibliothek und zum Studirkabinet.

In einer Ecke befand ſich das Bett mit ſeinen weißen Gardinen; daneben der Waſchtiſch mit Waſ⸗ ſerkrug und Spiegel.

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