15
einigen Stunden erhellten, hatte ſich Gregor bereits zur Ruhe begeben.
Martha empfing Irene mit einer Sd weigſamkeit und Unruhe, die ihrem gewöhnlichen Weſen wenig ent⸗ ſprach. Jeden Augrublic lauſchte ſie nach der Thüre, als ob ſie annähernde Schritte vernähme, begleitete nur durch einige zerſtreute„hm“ oder„a—h gar“ die heitern Mittheilungen Irenen's und endigte damit, die Federn und piegel der Thürſchlöſſer genau zu unterſuchen.
„Sie werden alſo viel mit dem fremden Herrn ver⸗ kehren,“ ſagte ſie mit zurückhaltenderem Ausdrucke, als gewöhnlich.
„Vielleicht,“ ſagte Irene nachläſſig, die Nadeln aus den Flechten ziehend, die, ſo wie zwei breite, ſchwarze Sammtbänder über die Schultern fielen.—
„Er wird Ihnen den Doctor Hallbert erſetzen?“ forſchte Martha, ſich auf einen niedrigen, dreibeinigen Seſſel ſetzend, und mit den ſcharfen, grauen Augen bald nach Irenen, bald nach der Thüre ſehend.
„Nicht zur Hälfte,“ ſagte Irene lebhaft,„meinen
Paul erſetzt mir Niemand. Mit Paul konnte ich denken,
lernen, handeln, mich freuen;— den—“ „Na den?“ „Nun,“ ſagte Irene lachend, indem ſie die roth⸗


