Teil eines Werkes 
3 (1849)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

nd daß Ihr äumer han⸗ nen würdet. Ihr Eure erden kannte Nun denn, meineidiger an ſeit heute die ich ſelbſt viele ſchöne und meiner nniß verra⸗

zu Boden, ch nichts. mit Beſtür⸗ r:

ſolche Nah⸗ Lieven, daß Veerle ge⸗ Vürde Blut

frau;ant⸗

ifzte Lieven.

iſt ſchon ſo edergedrückt, Schmerz in

Jakob von Artevelde. 119

Jemandes Buſen aus, an deſſen Treue ich nicht zweifeln durfte. Hat er mein Geheimniß veröffentlicht, ſo hat er es gewiß nicht aus Böſem gethan; um Gottes willen, glaubt mir das..... Um Gottes willen, könntet Ihr Alle in meinem Herzen leſen. Ghelnoot, Freund! könn⸗ tet Ihr die gräßlichen Gedanken durchſchauen, welche mein Inneres zerwühlen, Ihr würdet mir verzeihen, Ihr würdet einen Unglücklichen, einen Sinnloſen, wie ich es bin, nicht länger zu Boden ſchmettern unter der Laſt einer gegründeten Beſchuldigung. Ach! laßt mich aufathmen, verſtoßt mich nicht! 3

Der Zorn war ganz aus Ghelnoot's Antlitz ver⸗ ſchwunden; er betrachtete nun im Gegentheil den jungen Lieven mit einer Art ſtiller Bewunderung, jedoch mit un⸗ gewiſſem Blicke, wie Jemand, der nachſinnt und über⸗ legt, um die Löſung eines Räthſels zu finden.

Lieven! bat die Jungfrau,warum ſagſt Du nicht, wem Du den Vorfall anvertraut haſt? Dann würde Mher Ghelnoot wohl hören, daß es Deine Schuld nicht iſt.

Der Jüngling ſenkte den Kopf; zwei ſtille Thränen rollten aus ſeinen Augen, und er ſeufzte:

O Veerle! ich muß ſchweigen; Gottes heiliges Ge⸗ bot befiehlt es mir.

Rede nicht, rede nicht, Lieven! rief Frau Arte⸗ velde, Ghelnoot einen verſtändlichen Blick zuwerfend.

Dieſer ſtand jauchzend auf, als ob ihm plötzlich ein Glück widerfahren ſei; er ging auf Lieven zu, zog ihn