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Jakob von Artevel de.
vom Stuhle empor, drückte ihn an die Bruſt, küßte ihn zum Zeichen der Verſöhnung, und ſagte:
„Genug, genug! wir wollen wieder Freunde ſein. Ach! es thut mir wohl, zu wiſſen, daß Euer Herz noch ebenſo brav, Eure Seele ſo rein, ſo liebevoll iſt. Man hat Euch täuſchen können, Lieven; man hat Euch viel⸗ leicht Euer Geheimniß mit Liſt entlockt; aber nie fand ein böſer Gedanke Zugang zu Eurem Geiſte. Das habe ich eben geſehen. Schweigt über dieſe Sache. Ich ehre Euren Schmerz; er muß in der That unſäglich groß ſein, armer Freund!“
Dann ſich zu Veerle wendend, fuhr er fort:
„Jungfraul! der Glockenthurm würde eher einſtür⸗ zen, als daß der Hauptmann von Sanct Nikolaus eine Unwahrheit ſagte. Die Hand auf's Herz, ich erkläre Lie⸗ ven Eurer vollen Neigung für würdig, und ich breche dem Erſten, der mir noch ein böſes Wort von ihm zu ſagen wagt, den Hals.— Ich bin doch auch ein dummer Kerl, daß ich mich ſo geärgert habe! Ich hatte Unrecht, Lieven, verzeiht es mir!“
Der Jüngling begriff Ghelnoot's Edelmuth wohl und wollte ihm laut dafür danken; aber ſchon hing Veerle jubelnd an ſeinem Halſe und zwang ihn, ſich neben ihrer Mutter hinzuſetzen.
Freude und ſuße Freundſchaft glänzten jetzt in Aller Augen. Nur auf Lieven's Antlitz zeigte ſich dann und wann ein bitterer Ausdruck, als ob ein peinlicher Ge⸗ danke ſein Inneres durchkreuze. Veerle's ſüße Worte und
troſtreiche nem Her⸗ Freundſch darauf ar
Sie gen noch einander.


