Teil eines Werkes 
3 (1849)
Entstehung
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118 Jakob von Artevelde.

der Jungfrau Veerle ſchaden würde, und daß Ihr wie ein unbeſonnener oder rachſüchtiger Träumer han⸗ deltet, wenn Ihr je den Mund darüber öffnen würdet. Ihr habt mir damals feierlich verſprochen, daß Ihr Eure Thorheit vergeſſen wolltet. Niemand auf Erden kannte das Geheimniß, als Ihr, Veerle und ich. Nun denn, unvorſichtiger Schwätzer! falſcher, vielleicht meineidiger Menſch! In der ganzen Stadt erzählt man ſeit heute Morgen dieſen Vorfall, mit Umſtänden, die ich ſelbſt bereits vergeſſen hatte. Man fügt noch viele ſchöne Dinge hinzu, zu der Jungfrau Artevelde und meiner Ehre. Ihr ſeid es alſo, der das Geheimniß verra⸗ then hat.

Lieven erröthete und ſchlug die Augen zu Boden, wie ein überführter Miſſethäter, ſagte jedoch nichts.

Die beiden Frauen betrachteten Lieven mit Beſtür⸗ zung und Angſt, während Ghelnoot fortfuhr:

Ihr ſeid es alſo, der der Verleumdung ſolche Nah⸗

rung gegeben hat! Wie meint Ihr denn, Lieven, daß

der Fleck, der dadurch auf die unſchuldige Veerle ge⸗ worfen iſt, abgewaſchen werden könne? Würde Blut nicht das beſte Mittel dazu ſein?

Aber rede doch, Lieven! rief die Jungfrau;ant⸗ worte doch auf dieſe neue Verleumdung!

Ach! habt Mitleiden mit mir! ſeufzte Lieven. Es iſt wahr, ich habe es geſagt; aber es iſt ſchon ſo

lange her. Der Schmerz hatte mich ganz niedergedrückt,

und ich ſchüttete, ohne es zu wiſſen, meinen Schmerz in

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