Teil eines Werkes 
3 (1849)
Entstehung
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112 Jakob von Artevelde.

Herz der Eiferſucht und dem Argwohn geöffnet. Aber wenn auch vielleicht mein bleiches Antlitz den Verdruß, der an mir nagte, verrieth, mein Mund hat nie das Ge⸗ heimniß meines Herzens bekannt. War es nicht ganz daſſelbe mit Dir? Selbſt wenn Du unerbittlich bliebeſt, Veerle, und mich opferteſt, obgleich ich unſchuldig bin, ſelbſt wenn Du mich zum Tode verurtheilteſt, ja, wenn Du ſogar Deine Liebe einem anderen Manne ſchenkteſt, würde ich doch das Bild meiner Jugendfreundin in mei⸗ nem Herzen bewahren, es hegen und liebkoſen in der Einſamkeit, und es mit mir nehmen in meine letzte Ruheſtätte..... 44

Der ſanfte und ruhige Ton dieſer Worte bewegte die Jungfrau im innerſten Gemüth. Allmählig ſchlug ſie die Augen wieder zu Lieven auf und ſchien ſeinen Wor⸗ ten zu lauſchen. Ein Lächeln der Hoffnung blinkte durch ihre Thränen, und bewies, daß die innige Ueberzeugung von des Jünglings Unſchuld langſam in ihr Herz zu⸗ rückkehrte.

Als er zu reden aufhörte, ging ſie zu ihrer Mutter, umarmte dieſelbe und rief mit bewegter Stimme:

Mutter, Mutter! er hat es nicht geſagt, es war auch eine Lüge!

Frau Artevelde nahm ihre Tochter froh in die Arme, küßte die glückſelige Jungfrau mehrere Male und ſprach dann zu den Liebenden:

Kinder! was hier vorgefallen iſt, betrachte ich als eine Wohlthat Gottes, trotz all dem Verdruß, den die Welt uns zugefügt hat. Schon ſeit Monaten hat geheime

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