10² Jakob von Artevelde.
ſichtbar gemacht hatte, ſtand er von ſeinem Stuhle auf
und murmelte mit dumpfer Stimme in ſich hinein: „Ich diene ihr nur zum Zeitvertreiby! Sie liebt mich
nicht und ſpottet über meine unſchuldigen Liebkoſungen!
Gott! Gott! das iſt nicht wahr.....! Aber welche Gründe kann die Frau von Marienland haben, zu lü⸗ gen? Sie hat es doch ſelbſt gehört!..... Veerle war
ja der Grund, daß ich ſie nicht beſuchte! Wehe! wehe!
ſo große Falſchheit! und Brüſſel! Brüſſel! Ach! es iſt geſchehen! Der Stein ſoll von meinem Herzen herunter! Ich werde ſterben vor Schmerz; aber mein Schickſal iſt entſchieden!“
Bei dieſen Worten lief er mit raſchen Schritten die Treppe hinab, warf ſeinen Mantel um und ging aus dem Hauſe, ohne Jemanden zu grüßen. Von Zorn fort⸗ geriſſen und beinahe berauſcht vor Schmerz, eilte er raſch wie ein Blinder durch die dunkeln Straßen, bis er, ohne es ſelbſt zu wiſſen, vor der Thür von Artevelde's Wohnung ſtand. Dort entſank ihm plötzlich der Muth; er zitterte wie ein Espenlaub, und als er den eiſernen Klopfer erfaſſen wollte, hatte er nicht die Kraft, die Hand aufzuheben. Halb zuſammengeſunken an den Thür⸗ pfoſten lehnend, ſah er jetzt erſt mit völliger Klarheit ein, was er hier thun wolle.
Er ſollte mit Veerle brechen, ihr Lebewohl ſagen auf immer, ſie verwerfen wie eine Schuldige! Vielleicht ei⸗ ner unſchuldigen Freundin das Herz zerbrechen durch dieſe grauſame Trennung! Er ſollte das ſüße Lächeln
des Enge hören! d Kindheit, Glück un haſſen? zel von T den arme nie das! würde.. Geiſte, n ken, ſein ſtalt und ſeiner Er erhält un ben. In todt ſein Jüngling unterzeich halb? A führt ihr gemarter unſchlüſſ nieder un ihn ergri
Wal ſich gekor ſein, um die ihn n zuführen.


