100 Jakob von Artevelde.
ſem da, und hörte vielleicht nicht einmal, was der⸗ ſelbe ſprach.
Geeraert Denys ſchien dieſen Zuſtand ſeines Soh⸗ nes nicht zu beachten und fuhr fort:
„Die Liebe iſt eine blinde Leidenſchaft; ſie hindert uns, in die Zukunft zu ſehen, und läßt uns mitunter Unvorſichtigkeiten begehen, die wir unſer ganzes Leben hindurch beklagen müſſen. Es iſt ein Glück, daß die Untreue Deiner Geliebten Dich von einer Familie ent⸗ fernt, welche bald der allgemeinen Verachtung unterlie⸗ gen wird. Beachte nur, was in Flandern vorgeht. In allen Städten und Provinzen erhebt man ſich zornig ge⸗ gen Artevelde's Herrſchaft. Der Oberhauptmann hat weder Ruhe noch Raſt; er reiſt von einer Gemeine zur andern, um den drohenden Aufruhr zu ſtillen. Kaum iſt er jedoch wieder fort, ſo entbrennt hinter ihm von Neuem das Feuer der Volkswuth. Ob der Haß, den man in ganz Flandern gegen den Oberhauptmann hegt, rechtmäßig ſei oder nicht, darauf kommt es nicht an. Es leidet keinen Zweifel, daß ein Abgrund vor ſeinen Füßen ſich öffnet, und daß er mit den Seinigen hineinſtürzen wird. Selbſt in Gent, wo man ſeine Macht am meiſten fürchtet und fürchten muß, wird wahrſcheinlich binnen Kurzem gegen ihn ein ſchrecklicher Sturm ſich erheben, ein Sturm, der ſich bereits in der Luft ankündigt für Jeden, der ſcharfſichtig genug iſt, ſich aus der Meeres⸗ ſtille ſelbſt den künftigen Sturm vorzuſtellen.— Nun denn, mein Sohn! hätte das tadelnswerthe Betragen Veerle's und Ghelnoot's gegen Dich das Band nicht zer⸗
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mann bin Laufbahn Dir die Z Alter habe ſten Aemt ter ſelbſt, Deine Erl welchen R noch aufbe iſt es nöth ſowie mit Seinen ge lichen Mu⸗ werdeſt, u Dich wide zu retten. gerückt; J Entſchluſſe Freund Co den Verdr nach dem fröhlich zu ſehen!“ Bei di gend auf d Lieven ſunken ſitze nächtliche


