Teil eines Werkes 
3 (1849)
Entstehung
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Jakob von Artevelde. 97

trauen ſchenkſt? Geſchieht es, weil Du, wie früher, Dich glücklich fühlſt durch die Ueberzeugung, ſie liebe Dich allein auf Erden? Du ſcheinſt ſagen zu wollen, daß man die Tochter des Oberhauptmanns und ihren Freund Ghelnoot verleumde? Es iſt möglich; aber klage Dich dann ſelbſt zuerſt an; denn in Deinem eigenen Herzen würde die ſchändlichſte Verleumdung weilen, wenn Dein langer Schmerz Dir nicht bezeugte, daß eine tödtliche Wahrheit Dich martert. Ich begreife Deine Leicht⸗ gläubigkeit nicht, Lieven! Für ein klarſehendes Auge war nichts Anderes nöthig, als das Ereigniß im Nieu⸗ wen⸗Boſch zu Brüſſel, um ſich zu überzeugen, daß man Dich verſpottet und betrügt. Wie! Ghelnoot und Veerle laufen aus der Geſellſchaft fort? Laſſen ſich eine halbe Stunde vergebens ſuchen? Und als man ſie findet, über⸗ raſcht man die tugendhafte Veerle, die an ſeinem Halſe hängt? Man macht Dir weiß, daß Dein Vetter Jakob ſie aus Scherz irre geführt und Veerle in jenem Augen⸗ blicke durch das plötzliche Aufſpringen eines Rehes er⸗ ſchreckt worden ſei; und da Du nun mit Recht zornig gegen Ghelnoot auffährſt, lacht er Dich aus mit Dei⸗ nem Aerger und läßt Dich bei Deiner Ehre geloben, kei⸗ nem Menſchen zu ſagen, was Du geſehen haſt! Schänd⸗ licher Spott, mit dem man Dich behandelt, wie ein arg⸗ loſes Kind!

Vater! Vater! rief Lieven zornig;ich habe ge⸗ gen mein feierliches Gelübde Dir dieſes Geheimniß an⸗ vertraut; Du haſt es mir verſprochen!

Nun denn! ich will von etwas Anderem reden. Jakob von Artevelde. III. 7