ꝙ
92 Jakob von Artevelde.
und ich würde die untreue Jungfrau verachten und vergeſſen.“
„Und wenn Ihr fändet, daß alle dieſe Gerüchte falſch ſeien?“ fiel Lieven ihm in die Rede.
„Nun! dann würde ich auf nichts hören, und dem erſten beſten Verleumder den Mund ſchließen, und wenn ich zehnmal am Tage Blut ſehen müßte. Dann würde ich es aber auch nicht machen, wie Ihr, Lieven. Ich würde nicht die Geſellſchaft fliehen; ich würde nicht vor Aller Augen trauern und jammern, daß Jeder auf mei⸗ nem entſtellten Antlitz leſen könne, ich ſchenke der Ver⸗ leumdung Glauben. Nein, nein! ich würde das Haupt trotzig emporheben, und Wehe dem, der mich zu höhnen
oder zu beklagen wagte!”“..... Das würde ich thun; und nun lebt wohl! Ueberlegt dieſen Rath z es iſt wahr⸗ lich ein Freund, der ihn giebt!.... Seht! dort bei der
Brabantpforte gehen die Vaernewyck'’; Ghelnoot und Veerle geben einander die Hand; der Diener der Sanct Jorisgilde trägt die ſilberne Kanne vor ihm her.— Auf Wiederſehen!“
Lieven hatte die Blicke nach der angegebenen Rich⸗ tung gewandt; kaum erreichten ſie jedoch die junge Veerle und ihren Begleiter, ſo kehrte er das Geſicht bebend ab und ging mit ſchwankenden Schritten nach der Seite der Wynaerdsbrücke.
Unterwegs überlegte er, was Jan Sporrelinck ihm geſagt hatte, und kam endlich zu dem Reſultat, daß deſ⸗ ſen Rath allerdings gut ſei und er ſeinen unerträglichen Leiden ein Ende machen müſſe. Dennoch entſank ihm
mitunter chenſcha⸗ brachte dies ma ſtrömte Als die Kerz nung zu mit den wohl Y dechante gegen il Sorgfal Haſſe zu nach der er hinter Nachden hatte, ri litz und nung zu entfernt Kau auf eine das Gen wichtiger „Li zu ſagen Der ein ober


