90 Jakob von Artevelde.
ſagten, Jungfrau Veerle würde ſich binnen Kurzem mit dem Hauptmanne von St. Nikolaus vermählen. Ihr müßt das beſſer wiſſen, als irgend Jemand ſonſt. Iſt dieſe Heirath wirklich beſchloſſen? Dann thäte man doch Unrecht, die beiden Verlobten zu tadeln, weil ſie ſich lieb haben!“
Bei dieſen Worten hob Lieven plötzlich den Kopf empor; ein dunkles Feuer glühte in ſeinen Augen und ſeine Züge ſchienen ſich, wie von einem Fieberanfalle, zu verzerren. Indem er einen zornigen Blick unter ſeinem geſenkten Augenwimpern hervor auf den Jüngling ſchoß, rief er:
„Und Ihr auch?— Welcher böſe Geiſt hat Euch hierher geſandt, um das Feuer der Hölle in meiner Bruſt anzufachen? Wer hat Euch bezahlt, um mein Herz zu zerreißen, daß es blutet? Was Ihr ſagt, iſt falſch; tauſendfach lügen die, ſo da reden, wie Ihr! Geht, geht, und nennt Euch nicht mehr meinen Freund!“
Anſtatt ſich über dieſe beleidigenden Worte zu er⸗ zürnen, zuckte Jan die Achſeln und ſchüttelte muthlos den Kopf, während der Ausdruck des tiefſten Mitleidens
ſich auf ſeinem Antlitz zeigte.
„ Armer Lieven!“ ſeufzte er,„ich ſollte mich über Euren beleidigenden Ausfall erzürnen; aber ſo ſehr ich mich auch verletzt fühle, ich kann es wahrlich nicht. Ihr ſeid krank, unglücklicher Freund! Ihr leidet ſchrecklich; ich ſehe es wohl, der Schmerz hat Eure Vernunft be⸗ fangen. Was ich Euch ſagte, war keine Verleumdung; ich habe es ſelbſt gehört und geſehen. Ich vertrete meine
—
Worte! Unwahr ſo wißt ſeine Re wo Ihr Jan den Zor daß ſein es gut Stimme /4 N haben; auch von gebe Eue tes wille ſo laßt: G Pflicht g an Eure thun hät Liev Hoffnung „N „Id ich würd allen die ich Spot chenſchaft Hauptme


