86 Jakob von Artevelde.
noot erſchien ihm in ſeinen nächtlichen Träumen als ein Geiſt des Böſen, der ihm das Leben in ewigen Schmerz umgewandelt hatte; ſeinen Vater ſelbſt, dem er früher unbegrenzte Ehrfurcht gezollt, fürchtete er mitunter, wie einen Feind ſeiner Ruhe, wie Jemanden, aus deſſen Munde Worte ſtrömten, welche wie eine Saat des Un⸗ heils und Verdachtes in ſeine geängſtete Bruſt fiel.
So führte der arme Jüngling ein doppeltes Leben, in ihm kämpften zwei Geiſter um die Herrſchaft über ſein Herz, der Geiſt des Vertrauens, welcher ihm ſagte, ſein Ohr vor der Verleumdung zu ſchließen, und der Geiſt des heftigen Argwohns, der ihm das Blut bei dem ge⸗ ringſten Worte kochen machte und ihn glauben ließ, was ſo viele gleichgültige Stimmen ihm täglich offenbarten, könne doch wohl wahr ſein.
Das unerbittliche Schickſal hatte ihm noch eine an⸗ dere tiefe Wunde geſchlagen. Seine gute Mutter war geſtorben; ſie war die einzige geweſen, die auf Erden noch die Macht beſaß, ihm durch freundliche Worte und durch Beweiſe unverdächtiger Liebe einigen Troſt einzu⸗ flößen; ſie aber war gen Himmel gezogen und hatte ihm nichts zurückgelaſſen, als das Andenken an ihre Güte und den Stein auf ihrem Grabe, um dort in den ſchwer⸗
ſten Stunden ſeines Lebens noch eine letzte Erquickung zu finden.
An einem Abende, als die Sonne noch nicht unter dem weſtlichen Horizonte hinabgeſunken war, ſtand Lieven
Denys wi Rand an gungslos magertes blicke kein in tiefſtem Leben verr welche jed ihren We Laufe der ſchwunden gere Woge Welle ſtür die Woge wie raſend hinabſtürz Bett der? Fuße des War! lings See ſchleudert und Haß, derſtreiten War ſein ruheloſes! Als L denn eine anderer Ii ſich neben


