Teil eines Werkes 
3 (1849)
Entstehung
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Verkündi⸗

gung des Waffenſtillſtandes angezeigt hatten, trat ein franzöſiſcher Rathsherr vor und las mit lauter Stimme den Vertrag, welcher, wie man es vorhergeſehen hatte, auch nicht ein Wort über die Forderungen Flanderns enthielt.

Sobald der Vortrag geendet war, blieſen die Trom⸗ peter einen Siegesmarſch, und alle umherſtehenden Rit⸗ ter jubelten vor Freude über die Beendigung des Krie⸗ ges. Die Könige von England und von Frankreich reich⸗ ten einander zum Zeichen der Verſöhnung die Hand. Jeder wollte ſich nun nach ſeinem Lagerplatze begeben, um die frohe Nachricht ſeinen Freunden mitzutheilen. Da erſchien plötzlich Artevelde, mit einem Pergamente in der Hand, vor den erſtaunten Fürſten, und ſprach, nach einer kurzen⸗Verbeugung, mit lauter Stimme:

„Herren und Könige, und Ihr, fürſtliche Männer und Frauen, wie Ihr hier gegenwärtig ſeid, Wir Män⸗ ner von Flandern erheben uns gegen die Ungerechtigkeit, die unſerem Vaterlande durch dieſen Waffenſtillſtand wi⸗ derfährt, und erklären Alles, was hier geſchehen iſt, für nichtig und ungültig. Wir erklären daher, daß wir die Belagerung von Doornik nicht aufheben und den Krieg mit Gewalt fortſetzen werden, ſo lange unſere Forderun⸗ gen nicht erfüllt ſind, wie es uns der König von Eng⸗ land eidlich gelobt hat. Wir erklären ferner, daß, wenn binnen vier Stunden nach dieſer unſerer Anzeige kein beſonderer Vertrag mit uns geſchloſſen iſt und die Schuldbriefe und Bullen, die dort aufbewahrt werden, uns nicht übergeben worden ſind, wir uns als frei von

Jakob von Artevelde. 77