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Jakob von Artevelde. 13
„Ich will es Euch erklären; aber ich ſage Euch vor⸗ her, Eure ritterlichen Gedanken müßt Ihr bei Seite laſſen. Vergeßt nicht, daß wir unſer Ziel erreichen müſ⸗ ſen und daß es auf die Mittel nicht ankommt.“
„Ich höre,“ ſagte van Steenbeeke.
Denys beugte den Kopf über den Tiſch und wollte nun die ganze Falſchheit ſeines Herzens ſeinem Gefähr⸗ ten entwickeln; allein er hatte keine Zeit dazu, indem die Wirthin in das Zimmer trat und zu ihren Gäſten ſagte:
„Meine Herren! unſer Knecht, den ich nach dem vlä⸗ miſchen Thore geſandt hatte, kommt eben zurückgelaufen und meldet, daß die Genter Geſellſchaft bereits mit dem Wagen bei der Sanct Nikolauskirche iſt; Eure Freunde werden alſo binnen wenigen Augenblicken im rothen Drachen abſteigen.“
Abs ſie dies geſagt hatte, ging ſie wieder fort und machte die Thüre zu.
Der Oberdechant ſtand eilig auf und wollte hinaus.
„Wo wollt Ihr hin?“ fragte van Steenbeeke.
„Ich gehe dem Oberhauptmann entgegen, um ihm die Hand zu drücken,“ antwortete Denys mit einem ſelbſtzufriedenen falſchen Lächeln.
„Solche Scheinfreundſchaft iſt doch nicht ehrlich,“ murrte ſein Gefährte.
„Wollt Ihr denn, daß ich ihm Tag für Tag ins Geſicht ſchreie: Ich bin Cuer Feind, damit er mir mis⸗ traut und ſich vor mir in Acht nimmt? Nein, nein! Ihr handelt anders, das weiß ich; Ihr greift ihn offen an; aber was nützt das? Wenn Ihr im Schöffenrathe


