Jakob von Artevelde.
„So weit werden wir nie kommen, Freund Denys.“
„Fürchtet Ihr das?“
„Ach! ich wage es nicht, ſolchen Sieg zu hoffen, wenn ich überlege, wie lange wir ſchon thätig ſind, ohne daß wir ſeinen mächtigen Lauf haben hemmen oder nur in Etwas hindern koͤnnen.“
„Ihr wollt, die Frucht ſoll reifen, ehe der Sommer da iſt.“
„Nein, aber ich gebe den Muth auf, weil ich die Frucht noch nicht einmal angeſetzt ſehe.“
„O, Ihr täuſcht Euch, Ser van Steenbeeke; die Frucht hat nicht allein ſchon angeſetzt, ſondern ſie iſt be⸗ reits auch ziemlich groß und kann bei der erſten günſti⸗ gen Gelegenheit zur Reife kommen. Hört Ihr denn nicht in Gent und anderswo unter den Rittern wie un⸗ ter dem Volke Stimmen gegen Artevelde ſich erheben und ihn anklagen und die Rache gegen ihn aufrufen?“
„Ja wohl! Doch was vermögen die wenigen Stim⸗ men gegen die große Menge, welche Artevelde in den⸗ Himmel heben würde, wenn ſie ſo hoch reichen könnte?“
„Es iſt ein Anfang, nur ein Anfang, Ser van Steenbeeke! Laßt mich nur gewähren; ich werde ihm ſchon Hinderniſſe in den Weg werfen, eine Grube nach der andern zu ſeinen Füßen graben, und ihm ſo viele Feindſeligkeit zuſammenbrauen, daß er den Verſtand darüber verlieren ſoll. Wenn Ihr mir dabei helfen wollt, ſo würde das deſto beſſer ſein.“
„Und worin ſollte dieſe Hülfe beſtehen? Ich begreife Euch nicht.“
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