Teil eines Werkes 
3 (1849)
Entstehung
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Jakob von Artevelde. 9

Die Worte giebt Euch der Zorn ein, Mher Denys!

Der Zorn? Nein, die kalte Vernunft und das Ge⸗ fühl gekränkten Rechtes.

Wäre ich deſſen gewiß, Oberdechant, ſo würde ich mich nicht länger mit Euch gegen den Oberhauptmann verbinden. Wüßte ich, daß Ihr ein ſo heißer Feind un⸗ ſeres gnädigen Grafen ſeid, als Ihr es jetzt in Eurem Verdruſſe zeigen zu wollen ſcheint, ſo bräche ich alle Be⸗ ziehung zwiſchen uns ab.

Ungeduldig rückte der Oberdechant auf ſeinem Stuhle hin und her und ſagte mit verbiſſener Wuth:

Heißer Feind! Wer ſpricht davon, Ser van Steen⸗ beeke? Ich ſage Euch, daß es mich ſchmerzt, unſern Graf ſich ſo feige unter der Gewalt eines ehrſüchtigen Schwä⸗ tzers beugen zu ſehen, und wäre ich auch ein Feind des Grafen, während Ihr eine unbegränzte Liebe für ihn hegt, wie ſollte das unſer Zuſammenwirken hindern?

Es würde daſſelbe unmöglich machen und ab⸗ brechen.

Ganz und gar nicht! Was iſt Euer Zweck? Ihr wollt Artevelde's Einfluß vernichten, um die Oberherr- ſchaft des Grafen wieder hergeſtellt zu ſehen, wollt mög⸗ licher Weiſe der Ritterſchaft den Sieg über das Volk verſchaffen, oder uns mit Frankreich gegen England ver⸗ einigen. Es iſt mir ganz gleichgültig, aus welchem Grunde Ihr gegen Artevelde kämpft, und ſo müſſen die Beweggründe meines Haſſes gegen ihn Euch auch gleich⸗ gültig ſein. Laßt uns für's Erſte unſeren ganzen Ver⸗ ſtand und unſere ganze Kraft gemeinſchaftlich verwenden,