Jakob von Artevelde.
geſehen, daß das ſchwache Geisblatt endlich doch die junge Eiche erſtickt, an die es ſich mit unüberwindlicher Geduld hängt?“
„Ich bewundere Euren Muth, Mher Denys! Aber trotz dem werden wir ihn heute doch nicht hindern, ein Bündniß gegen Frankreich zwiſchen Flandern und Bra⸗ bant zu ſchließen. Was ſollen wir dann hier thun?“
„Mag er das Bündniß ſchließen!“ rief Denys; „darum wird er doch meiner Rache nicht entgehen; ich kann warten, lange warten, bei der Gewißheit, daß ich ihn doch einmal treffen werde.“
„Und unſer unglücklicher Graf, Mher Denys, wird alſo die Demüthigung erleiden müſſen, wider ſeinen Willen ein Bündniß ſchließen zu ſehen zwiſchen ſeinen Unterthanen und Fürſten, welche feindlich geſinnt ſind gegen unſern natürlichen Oberherrn und Koͤnig von Frankreich.“
„Was? Oberherrn? Der König von Frankreich unſer Oberherr?“ rief Denys.„Wo nehmt Ihr ſolche Gedanken her? und was kümmert mich Euer gnädiger Graf und ſein ganzes Geſpann von Höflingen und Schmeichlern?— Was ich will? Ich will allein den Tyrannen, den herrſchſüchtigen Prahler Artevelde ſtür⸗ zen und vernichten, um unſere Stadt Gent und das Vaterland aus der Erniedrigung zu retten. Aber um Gottes willen, redet mir weder von dem Grafen noch von dem Könige, die nicht den Muth, nicht die Macht beſitzen, einen ehrloſen Emporkömmling aus dem Wege zu ſchaffen.“
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