Teil eines Werkes 
2 (1849)
Entstehung
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118 Jakob von Arteveld

niedrigt, gelähmt, zerſtückelt und ausgeſogen, der Hab⸗ ſucht der franzöſiſchen Politik zu überliefern. Wenn hier Haß und Entfremdung herrſchen, wo Liebe und Ver⸗ trauen ſein müßten, wer trägt die Schuld? Ich berufe mich auf Euer ritterliches Gemüth, auf die Stimme Eures Gewiſſens, Herr Graf! Erkennt mit mir an, daß, wenn in dieſer Sache Miſſethäter und Betrüger ſich finden, ſie nicht auf Flanderns Boden wohnen. Ihr habt mich gefragt, ob ich nicht Frankreich dienen wolle, um die Freiheiten Flanderns beſchränken zu hel⸗ fen. Eure Güte hat mir erlaubt, darauf eine klare und deutliche Antwort zu geben. Ich habe vielleicht zu kühn geſprochen; aber mein gnädiger Fürſt hat es ſo gewollt.

Der Graf faßte ſchmerzlich ſein Haupt mit beiden Händen und ſeufzte:

Wenn Ihr Wahrheit ſprächet, o, wehe mir! dann wäre ich umringt von Hinterliſt, Falſchheit und Betrug! Ein Spielball in der Hand des Königs! Seid Ihr deſ⸗ ſen ſicher, was Ihr ſagt? O, erklärt mir, daß Ihr zwei⸗ felt, daß Ihr das Alles nur aus dem Munde von Per⸗ ſonen vernommen habt, die dem Könige und mir feind⸗ lich ſind..... Ihr ſchweigt, Oberhauptmann? Ihr ſeid alſo überzeugt, daß es ſo iſt und nicht anders?

Es iſt ſo, antwortete Artevelde mit unerſchütter⸗ licher Ruhe.

Gott, Gott! rief der Graf;es iſt ſchrecklich! Aber Ihr, tapferer Bürger, Ihr, der mich im Tiefſten meiner Seele erſchreckt hat und mir einen gähnenden

Abgrund vor meinen Füßen zeigte, gleichviel, ob wahr

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