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Jakob von Artevelde. 117
ſeine Worte auf das Gemüth des Grafen ausübten; aber Ludwig ſaß, mit geſenktem Haupte, wie zerſchmet⸗ tert durch dieſe wichtige Eröffnung, da, und blickte ſelbſt den Redner nicht mehr an. Jakob fuhr nun fort: „Ihr klagt über den Haß, den wir gegen Frank⸗ reich hegen? Ihr ſeid im Irrthum. Die Vläminger haſſen das franzöſiſche Volk nicht. Im Gegentheil, das franzöſiſche Volk ſetzt ſeine Hoffnung in die Vläminger, um dereinſt ſeine Freiheit zu erhalten, und auf das fran⸗ zöſiſche Volk hofft Flandern, um das Recht ſeiner Frei⸗ heit gegen ſpätere Bedrückung beſchützt zu ſehen. Wa⸗ rum wollen die Könige von Frankreich uns vernichten? Geſchieht es nicht aus Furcht, daß das Beiſpiel unſerer Macht und unſeres Gedeihens die franzöſiſchen Bürger veranlaſſe, ſich zu empören gegen das eiſerne Scepter der Lehensherrſchaft? Wenn wir etwas in Frankreich haſſen, ſo ſind es die Feinde der Freiheit, diejenigen, welche ſeit dreihundert Jahren Flandern verderben wol— len, um der Macht der Gemeinen den Todesſtoß zu ge⸗ ben, nicht das franzöſiſche Volk; denn das ſehnt ſich nach dem Augenblicke, wo es mit uns ſich erheben kann, um die Ketten zu zerbrechen, mit denen man die Völker in ewiger Kindheit gefeſſelt zu halten hofft.— Ihr fragt mich, gnädiger Herr, wie es kommt, daß die Vläminger ihre Fürſten zu haſſen ſcheinen. Ach! ſeit mehr als hun⸗ dert Jahren ſind unſere Grafen nur Abgeordnete Frank⸗ reichs, deren Auftrag iſt, uns unſerer Freiheiten zu be⸗ rauben, uns heimlich zum Bürgerkriege anzuhetzen, un⸗ ſern Gewerbfleiß zu tödten und unſer Vaterland, er⸗


