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arme Liebe
Jakob von Artevelde. 115
für mein Vaterland, Herr Graf!“ antwortete Ar⸗ tevelde.
„Aber,“ fuhr Ludwig fort,„was iſt denn nach Eurem Urtheil Frankreichs Wille? Was wird denn nach Euren Gedanken die Folge dieſer liſtigen Anſchläge ſein, wenn ſie glücken?“
„Gnädiger Herr!“ ſagte Artevelde,„Ihr befehlt mir, Wunden noch ſchmerzlicher zu berühren. Darf ich es thuu? Gebt Ihr mir die Erlaubniß, Euch redlich zu antworten auf Eure Frage?“
Auf ein bejahendes Zeichen des Grafen fuhr er nun alſo fort:
„Was Frankreich will? Es will Flandern beſitzen, um dort den Gewerbsfleiß und vor Allem die Volks⸗ rechte zu vernichten, um dort nach Wohlgefallen Brand⸗ ſchatzungen zu erheben, um unſern heimathlichen Boden als ein beſiegtes Land mit ſeinem Lande zu verbinden, und den deutſchen Stamm, der es bewohnt, langſam zu
unterdrücken. Das will es. Wünſcht Ihr auch die Mit⸗ tel zu kennen, die es dazu anwendet? Nun, Herr Graf, ſucht die Löſung dieſer Frage nicht weiter, als in der Geſchichte Eures eigenen Lebens.— Der vorige König von Frankreich, Philipp der Lange, gab Euch ſeine Toch⸗ ter zur Gemahlin. Warum aber, meint Ihr wohl, hat
man Cuch zehn Jahre lang unter allerhand ſchlauen Vor⸗ wänden gehindert, Euch unſerer gnädigen Gräfin, Eurer Gattin, zu nähern? Darf ich es Euch ſagen, Herr Graf? Es geſchah in der Hoffnung, Ihr würdet kinderlos ſter⸗ ben; alsdann würde man unſe
re Gräfin mit einem mäch⸗ 8*


