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Jakob von Artevelde. 113
Wenn auch nicht Alles wahr ſein mag, was aus Eurem Munde fließt, ſo iſt es doch eigenthümlich und bedeutend.“ Artevelde fuhr nun fort, wie er begonnen hatte: „Und Ihr, mein gnädiger Herr! wißt Ihr, daß Euer ſeliger Vater bis auf ſein Todesbette darüber klagte, daß Ihr gegen ſeinen Willen und trotz ſeinen unaufhörlichen Vorſtellungen außerhalb Flanderns er⸗ zogen wurdet? Ihr wißt es vielleicht nicht; man hat es Euch verborgen, und doch iſt es wahr. Auch Ihr muß⸗ tet ein Franzoſe ſein und die Vläminger nicht kennen; auch Ihr mußtet ein Werkzeug in den Händen der fran⸗ zöſiſchen Könige werden, die Freiheit des Volkes haſſen und die Liebe Eurer Unterthanen entbehren, damit Volk und Fürſt, einander entfremdet, beide ohnmächtig ſeien ausländiſcher Liſt und ſchnödem Betruge gegenüber. Auch Ihr habt in Eurem edlen Herzen Unmuth empfunden über dieſe moraliſche Sklaverei; aber die Kerker des Louvre haben Euer redliches Gemüth unterdrückt; auch Ihr ſeid verrätheriſch eingeſperrt worden und habt im Gefängniß geſeufzt; auch Ihr habt Eure Freiheit erkauft durch ein Bündniß, in welchem Ihr einwilligtet, Flandern unter die Herrſchaft franzöſiſcher Bevollmächtigter zu ſtellen, ſo oft es der König für gut fände; ein Bündniß, durch welches Ihr Frankreich die Städte Ryſſel, Douai und Orchies abtratet als Kaufpreis Eurer Freiheit. Iſt das vielleicht der ehrliche Vertrag, welchen der König von Frankreich gegen uns anführt?“ Bei dieſen letzten Worten Artevelde's wurde der Graf plötzlich roth vor Zorn; er ſprang auf, betrachtete Jakob von Artevelde. II. 8


