Teil eines Werkes 
2 (1849)
Entstehung
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Jakob von Artevelde. 111

Flandern als Gräfin zurückkehrte, dort als ein Werk⸗ zeug Frankreichs und als eine Fremde gehaßt würde. Sie erhielt einen Gemahl von der Hand des Königs von Frankreich. Dieſer Gemahl, ein Sohn des Königs von Portugal, ſollte gleichfalls der Helfershelfer der franzöſiſchen Fürſten ſein; es ſcheint jedoch, als ob er dies ſpäter als eine ſeiner Ritterlichkeit unwürdige Rolle betrachtete; denn er weigerte ſich, länger als ein Werk⸗ zeug zu Flanderns Untergange zu dienen. Er ward in den Kerkern des Louvre eingeſperrt, und nach zwölf Jahren der ſchmachvollſten Gefangenſchaft verkaufte man ihm ſeine Freiheit gegen den abſcheulichen Vertrag von Melün, in Folge deſſen der gequälte und halb wahn⸗ ſinnige Graf unſere Städte Ryſſel und Douai als Un⸗ terpfand den Franzoſen ausliefern mußte. Iſt dies vielleicht der redliche Vertrag, von welchem die franzöſi⸗ ſchen Chroniken reden? Ich fahre fort. Gräfin Jo⸗ hanna hatte eine Schweſter, Margaretha genannt, welche auch aus dem Gravenſteen entführt und mit ihr in Frankreich erzogen wurde. Da Johanna kinderlos blieb,

ſo mußte Margaretha die Krone Flanderns erben. Die franzöſiſchen Könige, deren wachſamer Schlauheit nichts entging, vermählten Margaretha mit einem franzöſiſchen Edelmanne, Guy de Dampierre. Jetzt hatte der franzö⸗

ſiſche Hof freie Hand und nahm die unnütze Maske ab.

Auf Befehl des Königs der König von Frankreich

gab damals Befehle in Flandern legte der Graf, als

gehorſames Werkzeug des Fremden, Hand an die Lan⸗

desrechte; daraus entſtand Auflauf, Aufruhr, Haß und