Teil eines Werkes 
2 (1849)
Entstehung
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110 Jakob von Artevelde.

Bevölkerung und dem Schutze, den es durch die Für⸗ ſorge ſeiner Fürſten fand, ein mächtiges Land zu werden, und zwar nicht allein durch ſeine muſterhafte Thätigkeit und ſeinen blühenden Handel, ſondern auch durch den Heldenmuth des deutſchen Stammes, der es bewohnte. Freiheit hat etwas Anziehendes und in Frankreich ſelbſt begannen die Leibeigenen und Vaſallen die Blicke hoff⸗ nungsvoll nach Flandern zu richten und das Haupt em⸗ porzuheben. Die Eiferſucht und der Argwohn der fran⸗ zoͤſiſchen Könige wurden dadurch geweckt. Von dieſem Augenblicke an beſchloſſen ſie, dieſe drohende Grafſchaft zu vernichten, ſie zu beherrſchen oder Frankreich einzu⸗ verleiben, um dort nach Wohlgefallen die Freiheit und die Bürgermacht unterdrücken und zerſtören zu können. Es ward mehrere Male Gewalt verſucht; aber dieſes Mittel glückte nicht. Darauf beſchloß man, die vlämi⸗ ſchen Grafen ihren Unterthanen zu entfremden, Edelleute und Bürger unter einander zu Blutfeinden zu machen, Haß zu erregen und Uneinigkeit zu ſäen, um durch ſchlauen Betrug und ſchnöde Liſt das beneidete Flan⸗ dern zu erſchöpfen und zu lähmen. Dieſe Politik des Verraths und Betrugs beginnt bereits mit dem Jahre 1200. Um dieſe Zeit ließ Frankreich durch Beſtechung die Erbin der gräflichen Krone, die junge Johanna, heimlich aus demſelben Steene, wo ich jetzt die Ehre habe zu meinem gnädigen Herrn zu reden, entführen. Sie ward am franzöſiſchen Hofe erzogen, in franzöſi⸗ ſcher Sprache und Sitte unterrichtet, mit freiheithaſſen⸗

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den Gedanken genährt, damit ſie, wenn ſie ſpäter nach

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