Teil eines Werkes 
2 (1849)
Entstehung
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106 Jakob von Artevelde.

wie wenn er des Grafen Rede nicht für geendet halte. Ludwig fragte ihn nun:

Was ich da ſage, Oberhauptmann, iſt das nicht wahr und gegründet? Habe ich zu viel von Eurer Er⸗ gebenheit erwartet, wenn ich hoffe, daß Ihr mir Eure Hülfe und Euer Anſehen leihen werdet, um das An ſehen, das mir zukommt, wieder zu erhalten?

Entſchloſſen hob Artevelde plötzlich den Kopf empor, und während ſein Auge von unterdrücktem Eifer und Zorn flammte, ſprach er:

Herr Graf! was ich zu antworten habe, kann ich ohne Eure gnädige Erlaubniß nicht ſagen. Wahrſchein⸗ lich wird es mir nie wieder vergönnt werden, ſo allein mit meinem Fürſten zu ſein. Mein Herz iſt voll: voll Zorn, voll Unwillen, voll Betrübniß; aber die Ehr⸗ furcht, die ich meinem Landesherrn zolle, geſtattet mir nicht, freimüthig meine Meinung auszuſprechen über Euer Geſuch und die Gründe, auf welche ſich daſſelbe

ſtützt.

Nedet ohne Furcht, ſagte der Graf lächelnd.

Und wenn Euch etwas darin verletzend ſchiene für Euch ſelbſt oder für den König von Frankreich, würdet Ihr mir demungeachtet Erlaubniß geben, bis zu Ende zu reden, aus Rückſicht auf meine perſönliche Ehrfurcht?

Ich gebe Euch volle Freiheit, Mher von Artevelde; ſprecht nach Eurem Gutdünken und ſagt, was Ihr wollt. Es wird mir angenehm ſein, ſelbſt über die politiſchen Anſichten eines Mannes, deſſen Weisheit man überall rühmt, ein Urtheil fällen zu können.

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