Teil eines Werkes 
2 (1849)
Entstehung
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endet halte.

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Jakob von Artevelde. 107

Jakob von Artevelde betrachtete den Fürſten mit freiem Blicke und ſprach nun folgendermaßen zu ihm:

Gnädiger Herr! Irrthum iſt der Menſchheit Theil; Fürſten und Völker ſind Misgriffen über die höchſten Intereſſen gleich ſehr preisgegeben. Es beleidige Euch alſo nicht, wenn ich beweiſe, wie abſcheulich man Euch über uns Vläminger und über Euch ſelbſt getänſcht und hintergangen hat. Herr Graf! Ihr habt gewiß oft Chro⸗ niken leſen gehört, welche Flanderns Geſchichte erzählen und berichten, wie wir, unedle Bürger und halsſtarrige Leibeigene, mit ſchmachvoller Hoffahrt unſeren Fürſten den Gehorſam verweigert und die Ritterſchaft erniedrigt haben. Ich weiß, daß man Euch in Eurer Jugend am franzöſiſchen Hofe viele Schriften und Chroniken vor⸗ las Chroniken, die in franzöſiſcher Sprache abgefaßt waren und falſch ſind, geſchrieben auf Befehl der Könige von Frankreich, um die Söhne der vlämiſchen Grafen zu verderben und Franzoſen daraus zu machen..... Erzürnt Euch nicht, gnädiger Herr! der Beweis wird mit Eurer Erlaubniß folgen..... Statt aller Antwort will ich Euch ſagen, was die Chroniken unſeres Vater⸗ landes Euch erzählt haben würden, hätte man den Gra⸗ fen von Flandern nicht verhindert, die Sprache ſeiner Vorfahren zu lernen. Man hat Euch vorgelogen und fälſchlich bewieſen, daß Flandern ſeine Vorrechte und Volksfreiheiten gewaltſam ſeinen Fürſten entriſſen habe; Täuſchung und Betrug! In früheren Zeiten waren die Grafen von Flandern Vläminger mit Herz und Seele, die hier mit uns von Kindesbeinen an die vaterländiſche