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Jakob von Artevelde. 103
Euch Gutes thun, Euch mit Ehre und Reichthum über⸗ laden, und Ihr erzürnt Euch darüber. Verſucht man mich denn zu täuſchen, um in mir den Wunſch zu er⸗ wecken, Eure hohen Verdienſte zu erkennen und zu be⸗ lohnen?“
„Mit Eurer Erlaubniß, Herr Graf!“ ſagte Arte⸗ velde;„ich werde nie etwas Anderes ſein, als ein treuer Diener der Stadt Gent und des Landes Flandern; aber könnte ich Euch den Beweis liefern, wie ſehr ich bereit bin, Euch zu dienen, ſo würde ich es als ein wahres Glück betrachten. Sagt mir daher, Herr Graf, was ich thun kann, um mir Eure Gunſt zu erwerben.“
Ludwig von Nevers betrachtete dieſe Frage als einen halben Sieg und antwortete mit freundlichem Tone:
„Ich will nichts, als was redlich iſt, Oberhaupt⸗ mann. Erſtens, Ihr ſollt die vlämiſchen Gemeinden an⸗ regen, unſerem natürlichen und verehrten Oberherren, dem Könige von Frankreich, Beiſtand zu leiſten gegen ſeinen ungeſitteten Feind, Eduard von England.— Und um dem Könige jetzt nicht mit ungegründeten Forderun⸗ gen läſtig zu fallen, ſollt Ihr die vlämiſchen Städte be⸗ wegen, ihre Forderung von Waelſch⸗Flandern, das doch durch ehrliche und rechtliche Verträge abgetreten worden iſt, zurückzunehmen; es iſt nicht mehr als billig, daß treue Vaſallen ihren Oberherrn vertheidigen gegen einen herrſchſüchtigen Fremdling, der nichts Geringeres will, als ihn ſeiner Krone berauben; obendrein verlangt Flan⸗ derns Beſtes, daß es ſich auf die Seite des Stärkſten ſtelle; Ihr ſeht doch wohl, daß Eduard dem Philipp von


