Teil eines Werkes 
2 (1849)
Entstehung
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102 Jakob von Artevelde.

Es iſt möglich, daß Ludwig es wirklich rechtlich meinte, da des Oberhauptmanns feurige Worte ihn mehr verwunderten, als erzürnten; deshalb erwiederte er mit großer Ruhe:

Ihr verſteht mich nicht, Mher von Artevelde; oder zweifelt Ihr vielleicht an meiner Aufrichtigkeit?

Keinesweges, antwortete Jakob gefaßter;ich begreife, daß mein gnädigſter Herr, als Ritter und nach den Anſichten, die man in Frankreich darüber hegt, es fuͤr einen Bürgerlichen als ein großes Glück betrachten muß, wenn dieſer ſeinen niedrigen Stand verlaſſen und im öffentlichen Leben höher ſteigen kann; aber man hat Euch getäuſcht, Herr Graf; in Flandern iſt das nicht der Fall; man braucht hier weder Ritter noch Lehens⸗ herr zu ſein, um ſeinem Vaterlande mit Ehren dienen zu können und von der Gemeine geliebt und geachtet zu werden, im Verhältniß zu dem Guten, das man für des Landes Ruhm oder Wohlfahrt ſtiftet. Ich bin bereit, zu Euren Dienſten zu thun, was ſich mit Flanderns Wohl, und alſo mit meinem Gewiſſen ver⸗ trägt; weder Verſprechungen noch Ehrenämter können mich aber auch nur einen Schritt von der Bahn verlocken, die ich zu wandeln habe. Alſo, wenn Eure Verſuche kein anderes Ziel haben, als mich zu etwas Anderem zu ma⸗ chen als einem Bürger von Gent und einem Vertheidi⸗ ger der Freiheit der Gemeinen, o dann gebt Euch keine Mühe, gnädiger Herr! ſie iſt unnütz.

Ich weiß nicht, zu welcher Art von Volk Ihr Leute gehört, verſetzte der Graf ungeduldig.Man will

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