98 Jakob von Artevelde.
chen für die Miſſethaten von Fremdlingen, die aus an⸗ deren Landen hieher geſandt ſind? Nein, das wäre ein großes Unrecht von unſerer Seite. Wir ſind unſerem rechtmäßigen Fürſten mehr Ehrfurcht ſchuldig. Ihr ſeid Alle meine guten Freunde, nicht wahr? Nun denn, ſo hört auf meine Stimme! Verlaßt dieſen Platz und geht mit vollem Vertrauen nach Hauſe; Eure Furcht iſt un⸗ gegründet; geht, ich werde Euch dankbar ſein für dieſen Beweis Eurer Neigung!“
„Oberhauptmann! werdet Ihr über den Freitags⸗ markt gehen, wenn Ihr nach Hauſe kehrt?“ fragte der Schmied.„Verſprecht Ihr uns das, ſo wollen wir fortgehen.“
„Das will ich thun,“ antwortete Artevelde.
„Gut!“ ſagte der Schmied,„wir werden dort bis zum Abend warten.— Nach dem Freitagsmarkt! nach dem Freitagsmarkt!“
Dieſer Ruf, welchen die Umſtehenden wiederholten, lief wie ein Signal über den ganzen Platz, während die Menge über die Grafenbrücke und längs dem Kraenlei nach dem Freitagsmarkte ſich begab. Einige Augenblicke nachher befand ſich in der Nähe der gräflichen Reſidenz Niemand mehr, als einige friedliche Bürger, die aus Neugier ſtehen geblieben waren.
Der Wächter über dem Thore des Gravenſteens hatte ſchon das Zeichen gegeben; das Fallgatter ward
aufgezogen, und Artevelde von zwei Dienern empfangen
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