Teil eines Werkes 
2 (1849)
Entstehung
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Jakob von Artevelde.

Denys wohl denken konnte, anders, als mit größeren oder geringeren Zeichen der Ungeduld; zum Theil aus Ehrfurcht, welche man ſeinem hohen Amte ſchuldig zu ſein glaubte, theils weil keiner der Zuhörer ſolche ausdrück⸗ liche Beſchuldigung gegen den Grafen vorbringen wollte.

Ein einzelner Geſelle nur ſchien erzürnt und mur⸗ melte mit dumpfer Stimme ſeinem Nachbar zu:

Nun, bei Sanct Lieven! Seit wann iſt denn der Oberdechant ein Freund des Grafen oder ein Leliaerd geworden? Da ſteckt etwas dahinter, das wahrlich nicht ſauber iſt!

Es wäre beſſer, hub Denys wieder an,Ihr ginget Alle zuſammen nach Hauſe; denn durch dieſes unruhige Gewühl thut Ihr unſerm Oberhauptmanne großen Schaden. Wißt Ihr, was man dort, bei Sanct Veerle, ſagt? Man beſchuldigt Mher Artevelde, daß er ſelbſt durch ſeine Anhänger die Nachricht von der gräf⸗ lichen Einladung und die Furcht vor Verrath unter der Gemeine hat ausſtreuen laſſen. Ich glaube es nicht; allein man ſetzt hinzu, daß er ſchon lange den Fürſten bei den Gentern verhaßt zu machen ſucht, damit der Graf

fortziehen ſolle und er allein den Herrn über uns ſpie⸗

len könne.

In dieſem Augenblicke geſellte ſich ein junger Blau⸗ färber zu dem Haufen und hörte die letzten Worte des Oberdechanten. Man ſah deutlich auf ſeinem Geſichte, daß ein tiefer Unwille ſich ſeiner bemächtigte; doch unter⸗ drückte er denſelben und ſchien nur aus bloßer Neugier zuhoͤren zu wollen.

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