Jakob von Artevelde.
Sobald Stille herrſchte, beſtieg Artevelde das Be⸗ lagerungswerkzeug; er hielt ein Pergament mit großen Siegeln in der Hand und gab dem Heere ein Zeichen, daß er reden wolle. Während Freude und Stolz aus ſeinen Blicken ſtrahlten, wies er mit dem Finger auf das Pergament und ſagte:
„O, Geſellen! Ehre ſei dem tapferen Gent! Seht, was ich hier in der Hand halte, iſt nicht allein der Friede; es iſt die Anerkennung des unabhängigen Flan⸗ derns, der Sieg der Volksfreiheit über Unterdrückung und ſchnöde Liſt, die Niederlage des Fremdlings, der ruhmvolle Triumph unſerer Vaterſtadt!— Hört, unter welchen Bedingungen der König von Frankreich uns Frieden anbietet! Jubelt in Eurem Herzen, denn unſere Feinde weichen vor Eurem Heldenmuthe! Hört, es iſt ein Friedensantrag, den Frankreich ſelbſt Euch macht!
„Erſtens, die Vläminger ſollen Handel treiben dür⸗ fen mit Kaufleuten jeder Nation; die fremden Kaufleute dürfen in Flandern mit ihren Familien ungeſtört und frei wohnen.
„Zweitens, die Vläminger dürfen Handelsverträge abſchließen mit England und allen anderen Völkern, wie es ihnen gut dünkt.
„Drittens, der König von Frankreich ſoll nie ge⸗ ſtatten, daß ſein Heer den fremden Boden betrete, noch ſollen die Vläminger des Königs bewaffnete Feinde in großer Anzahl in ihrem Lande empfangen.
„Viertens, die Vläminger ſollen nie gezwungen werden können, die Waffen zu ergreifen, als nur, um
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