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Jakob von Artevelde. 71
begab, wohin ſich die Schöffen und die Dechanten der Gilden auf die erſten Klänge der Trompeten ebenfalls augenblicklich verfügten.
Mittlerweile liefen die Genter haufenweiſe auf dem Schlachtfelde zuſammen und unterhielten ſich mit unge⸗ heurer Neugier über die Ankunft des Meiſter Auguſtyn und des Heroldes. Jeder wollte rathen, welcher Art die Nachricht ſein möchte; aber ſo viel ſie auch ſuchten und ſich einbildeten, es lief immer auf den Gedanken hinaus, der König von England müſſe Frieden mit dem Könige von Frankreich geſchloſſen haben. Dieſes ſicherte wohl die Arbeit und die Nahrung in Flandern; aber was wurde dann aus der Freiheit? Sollten die Genter ſich entwaff⸗ nen laſſen und ſich wieder, wie früher, vor Frank⸗ reichs Willkür beugen? Dieſe und mehrere andere Fra⸗ gen legten ſie einander vor, während ſie warteten, bis ihnen der eigentliche Stand der Dinge bekannt ge⸗ macht würde.
Endlich nach einer langen Viertelſtunde ſahen ſie den Oberhauptmann mit den Schöffen und den Dechanten aus dem Zelte treten. Das große Banner von Gent wurde auf dem Schlachtfelde aufgepflanzt und ein Bela⸗ gerungswerkzeug daneben aufgeſtellt. Artevelde's Trom⸗ peter blies zur Verſammlung. Die Standarten und Ban⸗ ner der Gilden ſtellten ſich in Schlachtordnung auf, und alle Geſellen bildeten, nach Anweiſung ihrer Dechanten und Hundertmänner, geſchloſſene Glieder ringsum Arte⸗ velde. Den Küfern ward der Befehl zugefertigt, ihre Wache vor dem Thore nicht zu verlaſſen.


