70 Jakob von Artevelde.
auf der Straße nach Gent in vollem Rennen her⸗ ankam.
Ehe noch Jemand dem Oberhauptmann melden konnte, was ſo die allgemeine Neugier wecke, erſchie⸗ nen zwei Reiter auf dem Schlachtfelde. Es waren dies Meiſter Auguſtyn, der Stadtſchreiber von Gent, beglei⸗ tet von einem königlichen Boten, den man augenblicklich als ſolchen an ſeinem Wappenzeichen und ſeinem Stabe erkannte. Meiſter Auguſtyn ſprengte mit frohem Antlitz voraus und rief den Gentern zu:
„Der Oberhauptmann! der Oberhauptmann!“
Man wies ihn nach dem Zelte, wo Artevelde bei dem Meiſter Spelliaerde ſtand; aber eben ſo raſch um⸗ ringte man den Stadtſchreiber von allen Seiten und fragte ihn, was er Neues bringe?
„Friede! Friede! Geſellen!“ ſchrie er eifrig;„Gent hat geſiegt! Heil, Heil dem freien Gent!“
Als man nun ſein Pferd bei dem Zügel faßte, um mehr zu erfahren, ſagte er:
„Laßt los! der Oberhauptmann wird es Euch gleich ſelbſt verkündigen. Seid indeſſen froh und heiter, denn es iſt eine gute Nachricht.“
Man machte ihm nun Platz, und er ritt mit dem Herolde zu Artevelde, der ihm bereits einige Schritte weit entgegengekommen war. Meiſter Auguſtyn konnte noch nicht zehn Worte zu dem Oberhauptmann geſagt haben, als dieſer ſchon ſeinem Trompeter ein Zeichen gab, den Kriegsrath und die Dechanten zuſammenzu⸗ rufen, und mit den beiden Reitern ſich nach ſeinem Zelte
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