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Jakob von Artevelde. 67
in die Höhe gehoben, und die Leliaerds begannen um Gnade zu flehen. Bald nachher gaben ſich auch die Uebrigen gefangen, und auf das donnernde Kampfge⸗ ſchrei folgte jetzt der ungemiſchte Siegesruf der frohen Vläminger.
Artevelde verließ die Brücke und näherte ſich dem jubelnden Heere. Der erſte, der ihm hier entgegenkam, war Geeraert Denys; der Oberdechant drückte Arte⸗ velde freundlich die Hand und ſprach mit erheuchelter Freude:
„Ich wünſche Euch Glück zu dem Siege, Ober⸗ hauptmann!“
„O, Mher Denys!“ ſagte der weiſe Mann,„es war Zeit, daß Ihr zu unſerer Befreiung kamt; wo bliebt Ihr denn ſo lange?“
„Man hatte mich getäuſcht, ich bekenne es!“ ant⸗ wortete Geeraert demüthig;„man hatte ein Corps Reiterei gegen mich abgeſandt, und während ich dies verfolgte, überſtel man Euch. Glücklicher Weiſe ent⸗ deckte mein Sohn Lieven die Kriegsliſt; außer Athem eilten wir hieher und vernichteten raſch den Feind.“
„Dieſer Misgriff darf Euch nicht betrüben, Mher Denys!“ ſagte Artevelde, nach dem Schlachtfelde gehend;
„der beſte Feldherr iſt der Täuſchung ausgeſetzt.“
Der Oberdechant ſah dem Oberhauptmann mit fal⸗ ſchem Blicke nach, und ein Lächeln mordſüchtiger Bos⸗ heit umſpielte ſeine Lippen.
„Du ſollſt meiner Rache doch nicht entgehen!“ murmelte er heimlich.


