Teil eines Werkes 
2 (1849)
Entstehung
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Jakob von Artevelde. 65

Alle Schaaren und ſelbſt die Anführer jauchzten Lieven's That vollen Beifall zu; Jeder wandte ſich um, und Alle folgten ihm in vollem Laufe.

Als Geeraert Denys bemerkte, daß man ſeinen Be⸗ fehlen nicht gehorche, und es ihm unmöglich geworden ſei, ſein Heer zurückzuhalten, ſtrengte er ſelbſt alle ſeine Kräfte an, um der St. Jorisgilde zuvorzukommen. Dies gelang ihm auch. Er nahm ſeinem Sohne die Standarte aus der Hand und lief mit derſelben nach dem Sturm⸗ platze, als ob er ſich beeile, Artevelde Beiſtand zu leiſten.

Die Genter bedurften übrigens der Ermuthigung des Oberdechanten nicht, um ihren Brüdern hülfreich beizu⸗ ſpringen.— Wie ein losbrechendes Ungewitter ſtürzten ſie zu gleicher Zeit mit raſendem Rachegeheul unver⸗ ſehens auf die feindliche Reiterei, und da ſie dieſelbe von hinten anfielen, und nach ihrer Gewohnheit mit den Gutentags oder den Schwertern den Pferden die Beine zerſchlugen, ſo fiel von jedem ihrer Hiebe ein Reiter zu Boden. In weniger als einem Augenblicke änderte ſich

das Gefecht in ein gräßliches Schlachten um; die Sturm⸗ laufenden, jetzt durch ihre Brüder befreit, griffen den Feind mit erneuter Wuth an, und dieſer, in einen ſich immer enger ziehenden Kreis eingeſchloſſen, ward erſt zuſammengedrängt und dann von allen Seiten unwider⸗ ſtehlich bekämpft. Während derſelben Zeit hatten noch zwei vlämiſche Helden, queer durch die Pferde hindurch, ſich einen Weg zu Artevelde gebahnt, und ſtanden dort fechtend vor ihm. Dies waren Lieven Denys und der Blaufärber Lieven Comyne, welche ihn vorn beſchützten, Jakob von Artevelde. II. 5