64 Jakob von Artevelde.
ihm ſagte, daß Artevelde in Lebensgefahr ſchwebe und vielleicht ſchon zerſchmettert unter den Hufen der Pferde da liege. Dieſer Gedanke bereitete ihm furchtbare Qua⸗ len. Das Bild ſeiner angebeteten Veerle und die blutige Leiche ihres Vaters zeigten ſich wechſelsweiſe vor ſeinen inneren Blicken, und von dieſen gräßlichen Erſcheinungen erfüllt ſchritt er in dumpfer Selbſtvergeſſenheit vorwärts, ohne auf das zu achten, was ſich rings um ihn her ereignete.
In dieſem Augenblicke nahte ſich der Trupp einer Art von aufgeworfenem Deich, vor welchem ſich ein ſchmaler Graben hinzog. Der junge Lieven, deſſen Höhe gewah⸗ rend, ließ ſich plötzlich von ſeiner Angſt fortreißen und lief bis an die Hüften in das Waſſer, um den Deich zu erſteigen. Als er ihn erklommen hatte, warf er einen Blick auf den Sturmplatz und ſah die Reiterei in vollem Gefecht mit Artevelde's Truppen. Der Anblick der flüch⸗ tenden Vläminger bewies ihm, daß der Feind die Ober⸗ hand hatte.
Allein ſeiner grenzenloſen Liebe für den weiſen Mann Gehör gebend, ſtieß er einen ſchneidenden Schrei aus und rannte dann in vollem Laufe durch das Waſſer zu der Standarte von St. Joris zurück. Haſtig ſah er ſich nach ſeinem Vater um; da er aber dieſen nicht raſch genug gewahrte, ſo riß er dem Bannerträger die Standarte aus den Händen, eilte mit derſelben vorwärts und rief nun mit voller Kraft:
„Mannen, Mannen! vorwärts! Folgt mir! Man ermordet den Oberhauptmann! Unſere Brüder! unſere Brüder! raſch! raſch!“
All Lieven's und All
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Jakob von


