Teil eines Werkes 
2 (1849)
Entstehung
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54 Jakob von Artevelde.

Nicht weit von ihm befand ſich ein Trompeter, der ihn nie verlaſſen durfte, ſelbſt nicht mitten im ſchrecklich⸗ ſten Gefecht.

Schon lange hatte Artevelde dort geſtanden und war viele Mal auf⸗ und abgeſchritten, als Ghelnoot von Lens zu ihm kam und ſagte:

„Oberhauptmann! die Karren mit Reisholz ſind keine zehn Bogenſchüſſe mehr von hier.“

„Endlich!“ ſagte Jakob, mit einem Ausdruck des Vergnügens.—„Wie ſind unſere Leute, Mher von Lens?“

„Wie wahre Genter!“ lachte Ghelnoot.„Ihr wer⸗ det ſie klettern ſehen wie die Katzen und fechten wie die Löwen. Es wird einen ſchönen Staub aufwirbeln, Ober⸗ hauptmann; ich wollte, wir wären ſchon dabei!“

Artevelde drückte ſeinem Freunde die Hand und ſagte:

„Immer guten Muthes, Ghelnoot, ſelbſt vor einem Sturme! Es iſt wahrlich keine geringe Sache, Biervliet mit Leitern anzugreifen, ohne Sturmböcke und Fall⸗ thürme. Wir brauchen Gottes Hülfe und ächt vlämiſchen Muth; aber weder das Eine noch das Andere ſoll uns fehlen. Heute Nachmittag muß das Neſt erobert ſein; denn der König von Frankreich iſt mit ſeinem Heere be⸗

reits in Doornick eingezogen. Wir müſſen die Hände frei haben, um den Franzoſen einmal eine tüchtige Lection geben zu können, wenn ſie wirklich die Abſicht haben, Gent anzugreifen.“

„Zweifelt Ihr denn an ihrem Kommen?“ fragte Ghelnoot gleichſam verächtlich.

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