Teil eines Werkes 
2 (1849)
Entstehung
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52 Jakob von Artevelde.

Wenn ich ihn ſehe, kocht mir das Blut; aber doch be⸗ zwinge ich mich und bin freundlich gegen ihn, weil das Beſte der Gemeine es verlangt.“

„Alſo keine Gnade für Ser van Steenbeeke?“

„Nein! Alle Schöffen müſſen fort, ſage ich Euch. Wir wollen Männer wählen, welche gleich uns muthig und wahrhaft vaterländiſch geſinnt ſind.“

„Ich muß Euch doch noch Eins fragen, ehe ich zu meinen Mannen zurückgehe. Euer Sohn ſtand dort oben bei dem Weinſchenken. Weiß Lieven Etwas von unſerem Plane?“

„Kein Wort!“

„Ich meine aber, daß Euer Sohn ſchrecklich artevel⸗ diſch geſinnt ausſieht und überall das Lob des Betrügers verkündet. Ich traue ihm nicht ſehr; Ihr müßt ihn an⸗ ders belehren und ihn zwingen, dem Volke die Augen über ſeinen wahren Vortheil zu öffnen, ſtatt daß er zum Beſten unſeres Unterdrückers zu wirken ſucht.“

Sowie Calevoet den Namen Lieven's ausgeſprochen hatte, zeigte ſich auf dem Antlitz des Oberdechanten ein Ausdruck der Ungeduld und Trauer. Seine Stimme nahm ebenfalls einen anderen Ton an; er antwortete:

„Laßt mir meinen Sohn in Frieden, Freund Jan! Er weiß noch nicht, was er thut; ſeine Neigung für den Tyrannen hat eine Euch bekannte Urſache, die man ent⸗ ſchuldigen muß. Darum mag er denken, was er will. Ich wünſche ihm Zeit zu laſſen, um durch Erfahrung ſich ſelbſt zu bilden.— Uebrigens, wüßte er auch etwas von unſerem Plane, ſo würde er ihn doch nicht hindern kön⸗

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