Jakob von Artevelde.
„Ihr habt alſo nicht mehr Muth noch Verſtand, Calevoet, als jeder unſerer Geſellen? Ihr würdet für das Glück unſeres Vaterlandes nichts unternehmen wol⸗ len, als was der gemeine Mann löblich nennt? Ihr fühlt Euch nicht ſtark genug, um für die Freiheit Alles zu opfern, Leben, Anſehen und Ehre? Ihr würdet zu⸗ rückweichen vor dem, was man in den gewöhnlichen Ver⸗ hältniſſen eine Miſſethat nennt? Ihr wißt nicht, daß die Liebe zum Vaterlande Alles rechtfertigt, ſelbſt den Mord?“
Bei dieſen Worten hatte Geeraert's Antlitz einen ſolchen fremdartigen und abſcheulichen Ausdruck ange⸗ nommen, daß Calevoet erſchrocken zurückfuhr und ver⸗ wirrt antwortete:
„Nein, nein! Solche Grundſätze heiße ich nicht gut! Was mich vor mir ſelbſt beſchämen kann, das thue ich nicht.“
„Kindergeſchwätz!“ ſagte Denys ſpottend.„Oho, Freund Jan, Ihr wißt es noch nicht recht. Ihr wollt einen Grund haben, um Euch vor Euch ſelbſt zu ent⸗ ſchuldigen; jetzt, wo die Leidenſchaft Euch nicht blendet, verlangt Ihr ein Mittel, um Euer furchſames Gewiſſen zu befriedigen! Wohl denn! das will ich Euch geben.“
„Furchtſam?“ murrte der Dechant der Zwillich⸗ weber zornig.„Wenn mir ein Anderer das ſagte, ſo würde er es gleich zu bereuen haben. Der Feind ſoll es bald merken, ob Jan Calevoet dem Tode in die Augen zu ſehen wagt oder nicht!“
„Ja, ja! das weiß ich lange!“ fiel ihm der Ober⸗
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